GESCHÄFTSBERICHT
2025
Das Jahr 2025
Es fällt schwer, selbst im Jahresbericht 2025, das dramatische Ereignis vom 1. Januar 2026 in Crans-Montana mit seinen tragischen Folgen für so viele junge Menschen und ihre Familien unerwähnt zu lassen. Diese Katastrophe von beispiellosem Ausmass erschütterte auch das Spital und sein Personal – Fachkräfte, die auf eine Prüfung wie jene dieses verhängnisvollen Neujahrstages nicht wirklich vorbereitet werden konnten. Fachkräfte, Frauen und Männer, die einen unermüdlichen Einsatz geleistet haben.
Engagement des medizinischen Personals, der Pflegekräfte und des gesamten Personals, ohne das ein Spital aus dem Gleichgewicht geraten würde.
Über die Wirtschaftlichkeitsberechnungen hinaus haben sich die finanziellen Anstrengungen der letzten Jahre auch dank der Unterstützung des Departements für Gesundheit, Soziales und Kultur zur Schaffung neuer Pflegeplätze und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Pflegeteams positiv ausgewirkt. Wie das gesamte Gesundheitssystem haben auch das Spital und seine Mitarbeitenden durchgehalten. Ihr Engagement und ihre Professionalität wurden einhellig gewürdigt.
Anknüpfend an die letzten Jahre und trotz eines nach wie vor sehr schwierigen wirtschaftlichen und tariflichen Umfelds wurden die Bemühungen zugunsten des Personals somit auch im Geschäftsjahr 2025 fortgesetzt. Die wichtigsten Beispiele dafür sind die Unterzeichnung eines neuen, schrittweise bis 2029 umzusetzenden Gesamtarbeitsvertrags mit den Assistenz- und Oberärzten sowie das Engagement der Institution gegen respektloses Verhalten gegenüber dem Personal.
Getreu seinem Nachhaltigkeitskonzept hat das Spital Wallis die Optimierung seiner Ressourcen fortgesetzt, insbesondere durch eine bedarfsnahe Nutzungsplanung der neuen Infrastrukturen in Sitten und Brig sowie durch die Regelung der künftigen Organisation der Standorte des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis, dies in Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Gesundheitswesen und mit Bestätigung durch den Staatsrat.
Trotz der finanziellen Zwänge arbeitet das Spital Wallis an seiner Weiterentwicklung, um den Bedürfnissen und Erwartungen der Patientinnen und Patienten des Kantons gerecht zu werden. Von der Psychiatrie über die Traumatologie bis hin zur Gynäkologie, Pädiatrie und Rehabilitation (siehe “Das Jahr in Kürze” auf Seite 8) hat sich die gesamte Einrichtung mit ihren 230 Berufsgruppen erneut unermüdlich engagiert, um mit Zuversicht die Walliser Bevölkerung zu begleiten.
In einem Umfeld, in dem der finanzielle Druck auf die Gesundheitseinrichtungen des Landes stetig zunimmt und der Kostenanstieg nach wie vor unzureichend ausgeglichen wird, haben sich die enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsdepartement und die Unterstützung der Kantonsregierung und des Parlaments als unverzichtbar erwiesen und werden es auch weiterhin sein, damit das Spital Wallis und sein Personal ihren Auftrag zugunsten der Einwohner und Besucher des Kantons vom ersten bis zum letzten Tag des Jahres erfüllen können.
In Zahlen
41’800
hospitalisierte Patientinnen und Patienten
957
Ärztinnen und Ärzte sowie 3’406 im Bereich Pflege & MTT tätige Personen
72’905
Notfalleintritte
46.2
Millionen Franken
EBITDAR
670’300
ambulante Konsultationen
6’260
Einer der grössten Arbeitgeber im Kanton mit fast 6’200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
1’750
Geburten
96
Kooperationsvereinbarungen mit:
- Universitätsspital Lausanne (CHUV)
- Universitätsspital Genf (HUG)
- Inselspital Bern
- Universitätsspital Basel
- Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL)
IN KÜRZE
JANUAR
Psychische Gesundheit: Einsatz von mobilen Interventionsteams im heimischen Milieu
Anfang 2025 wurden mobile Teams für Interventionen im heimischen Milieu (EMIM) eingesetzt, um die Walliser Bevölkerung zu betreuen, die an ihrem Wohnort adaptive psychiatrische Unterstützung benötigt. Diese Teams sollen eine Antwort auf den in den letzten Jahren stetig gestiegenen Bedarf an psychiatrischer Betreuung bieten.
Vorrangiges Ziel eines EMIM ist es, im Lebensumfeld von Personen mit psychischen Störungen zu intervenieren und dabei eine mobile und flexible Betreuungsmöglichkeit anzubieten. Die EMIM richten sich an die gesamte Walliser Bevölkerung und gewährleisten einen besseren Zugang zur Versorgung sowie Kontinuität in der Betreuung. Sie erleichtern zudem den Übergang zwischen stationären und ambulanten Einrichtungen und gewährleisten gleichzeitig die Betreuung komplexer Fälle oder von Personen, die auf eine Therapie durch psychiatrische Leistungserbringer warten.
Zertifizierung der Biobank des Spital Wallis
Die Biobank-Infrastruktur des Spital Wallis hat das NORMA-Label erhalten, das die Konformität mit den Anforderungen der Swiss Biobanking Platform zur Standardisierung von Biobanking-Prozessen bescheinigt.
Das klinische Forschungslabor des ZIS verfügt seit 2021 über eine funktionsfähige Biobank, in der Proben aus Projekten wie der Erhebung der SARS-CoV-2-Immunitätsrate in der Walliser Bevölkerung, der klinischen Studie zu Temelimab im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit post-COVID-neuropsychiatrischen Störungen und zuletzt der Untersuchung der Pestizidbelastung bei Walliser Kindern gespeichert werden.
FEBRUAR
Neues Angebot an Elternzimmern im Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis
Das Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis verstärkt sein Engagement für Familien durch die Einrichtung von Elternzimmern; dabei handelt es sich um speziell gestaltete Bereiche, die die frühzeitige Einbindung des zweiten Elternteils fördern und einen harmonischen Übergang in die Elternschaft unterstützen. Diese Initiative steht im Einklang mit der Vision der Geburtshilfeabteilung “Die Familie im Mittelpunkt unserer Pflege”, die den Schwerpunkt auf die Begleitung beider Elternteile und ihres Neugeborenen bereits in den ersten Lebenstagen legt.
MÄRZ
Das Projekt «Poesie im Spital» feiert zehnjähriges Jubiläums
Vom 15. bis 29. März öffneten mehrere Westschweizer Spitäler auf Initiative der Ärztin und Dichterin Julie Delaloye ihre Türen für den “Frühling der Poesie”. Dieses Jahr war ein besonderer Meilenstein: das zehnjährige Jubiläum von “Poesie im Spital”, einem Projekt, dessen Ziel darin besteht, die Poesie mitten ins Herz des Spitals zu bringen. Poesie kann manchmal helfen, den Schmerz zu überwinden. Deshalb hat das Spital Wallis wie jedes Jahr mit Freude seine Partnerschaft mit “Poesie im Spital” und dem Verein “Cellules poétiques” erneuert.
MAI
Informationskampagne für Opfer
Die Kantone Genf, Waadt und Wallis starten eine gemeinsame Sensibilisierungs- und Informationskampagne zu den Angeboten ihrer öffentlichen Spitäler für Opfer sexueller Gewalt.
Spezialisierte Teams, bestehend aus einem Facharzt und einem Rechtsmediziner, sind rund um die Uhr erreichbar und empfangen die Opfer. Basierend auf den Ergebnissen einer Studie, die zwischen 2018 und 2021 von den Genfer Universitätskliniken (HUG) und dem Waadtländer Universitätsspital (CHUV) durchgeführt wurde, soll die Kampagne über die Existenz und die Funktionsweise dieser Struktur informieren, Vorurteile und falsche Vorstellungen im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen abbauen und Opfer ermutigen, die in den öffentlichen Spitälern der drei Kantone verfügbare Betreuung in Anspruch zu nehmen.
«Regional Kochen»-Label für das Spitalzentrum Oberwallis
Die Gastronomie des Spitalzentrums Oberwallis (SZO) mit ihren beiden Standorten in Brig und Visp wurde erneut mit dem Label “Regional Kochen” der Dienststelle für Landwirtschaft (DLW) des Kantons Wallis ausgezeichnet. Das Label würdigt das Engagement für Nachhaltigkeit, eine ausgewogene Ernährung und den bewussten Einsatz regionaler Produkte.
JUNI
Schweizerische und europäische Premiere: Geburt eines Babys nach einer Uterustransposition
In der Abteilung Geburtshilfe von Sitten fand eine schweizerische und europäische Premiere statt: Nach einer Uterustransposition kam es erstmals zur Geburt eines Babys. Dieses Ereignis zeugt von der Resilienz einer Krebspatientin und vom Fortschritt der Chirurgie bei der Erhaltung der Fertilität.
Die Uterustransposition ist ein innovatives chirurgisches Verfahren, bei dem der Uterus vorübergehend ausserhalb des Beckens verlegt wird, um ihn vor den Auswirkungen der Strahlentherapie zu schützen. Diese Technik gelangt hauptsächlich bei Frauen mit Beckenkrebs, die ihre Fruchtbarkeit erhalten möchten, zur Anwendung. Weniger als zwei Jahre nach der letzten Operation wurde die Patientin auf natürliche Weise schwanger.
Neuer Gesamtarbeitsvertrag mit Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzten
Das Spital Wallis und der Verband Walliser Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO Wallis) unterzeichneten am 18. Juni 2025 eine Vereinbarung über die Revision des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) für diese Personalkategorie. Der neue GAV, der bis 2029 schrittweise umgesetzt wird, sieht insbesondere eine Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit von 50 auf 46 Stunden vor. Davon sind vier Stunden für die postgraduale Weiterbildung bestimmt. Dieser Vertrag ermöglicht gleichzeitig den Erhalt der Attraktivität des Arztberufs im Spital und die Einhaltung der Gesetzgebung über die Arbeitszeit.
JUILLET
Richtfest für den neuen Spitalbau “SZO United” am Standort Brig
Mit dem traditionellen Aufrichten einer Tanne feierten am 10. Juli 2025 rund 120 Personen das Richtfest der Erweiterung des Spitals Brig “SZO United” – ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Rohbau steht. Ein Moment der Freude, des Stolzes und des Danks an all jene, die dem Grossprojekt Gestalt geben und das Fundament für die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Oberwallis legen.
AUGUST
Reorganisation der Standorte am Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis
Der Staatsrat hat den ersten Teil des neuen medizinisch-pflegerischen Konzepts des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis (CHVR) genehmigt, das vom Spital Wallis (HVS) in Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Gesundheitswesen im Hinblick auf die für das zweite Halbjahr 2027 geplante Inbetriebnahme der neuen Erweiterung des Spitals Sitten erarbeitet wurde.
Der Bericht mit Analysen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen bestätigt die Möglichkeit, die operative Tätigkeit ab 2027 und die Akutmedizin ab 2035 am Standort Sitten mit erheblichen Effizienzgewinnen zusammenzulegen. Der Bericht enthält auch die wichtigsten Grundsätze für die künftige Verteilung der Disziplinen auf die anderen Standorte des CHVR.
SEPTEMBER
0848 200 300 — Die einheitliche Nummer für nicht lebensbedrohliche medizinische Notfälle
Seit dem 1. September 2025 steht der Walliser Bevölkerung für nicht lebensbedrohliche medizinische Notfälle eine einheitliche Nummer zur Verfügung: die Nummer 0848 200 300.
Diese jederzeit erreichbare Telefonnummer leitet Anrufer an den für ihre Situation am besten geeigneten Dienst weiter. Sie ermöglicht es ihnen, für eine telefonische Beratung mit einem Arzt in Kontakt zu treten oder die spezifischen Notfallnummern zu erreichen (zahnärztlicher Notfalldienst, psychiatrischer Notfalldienst oder Notdienstapotheke).
“Skills Lab” – Trainingseinrichtung für die Assistentenausbildung in Orthopädie/Traumatologie
Das “Skills Lab” vereint modernste Operationsnavigation, 3D-gestützte Planungsverfahren und Virtual-Reality-Trainings in einer einzigartigen Lernumgebung. Mit der neuen Einrichtung setzt das SZO ein klares Zeichen für höchste Versorgungsqualität und Patientensicherheit: Eine fundierte zeitgemässe Fachausbildung des medizinischen Nachwuchses ist entscheidend, um auch in Zukunft eine erstklassige Betreuung im Oberwallis sicherzustellen.
OKTOBER
Nulltoleranz gegenüber Aggressionen
Angesichts der besorgniserregenden Zunahme von Aggressionen, asozialem Verhalten und Persönlichkeitsverletzungen gegenüber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekräftigt das Spital Wallis seine Position der “Nulltoleranz” in solchen Situationen. Die betreffenden Personen werden gegebenenfalls angezeigt. Die Institution hat zu diesem Thema eine klare Richtlinie ausgearbeitet. Diese wird ergänzt durch eine Sensibilisierungskampagne mit der Bezeichnung “Danke für Ihre Wertschätzung gegenüber dem Spitalpersonal — Gemeinsam für ein respektvolles Miteinander”.
In Krisensituationen drücken sich Spannungen oder Frustrationen in gewissen Abteilungen wie der Notfallstation, der ambulanten Onkologie oder der Psychiatrie besonders häufig in Aggressionen aus. Aber alle Bereiche können davon betroffen sein. In den letzten zwei Jahren wurden am Spital Wallis 68 % mehr Fälle asozialen Verhaltens gegenüber dem medizinisch-pflegerischen, medizinisch-therapeutischen, technischen, hauswirtschaftlichen, gastronomischen oder administrativen Personal registriert. Jede Woche ist der Sicherheitsdienst im Einsatz.
Zehn Jahre Comic-Geschenke für junge Patientinnen und Patienten
Seit einem Jahrzehnt sorgen die Kinderabteilung des Spital Wallis und die “Operation Boule à Zéro (Operation Glatzköpfchen)” mit Comic-Geschenken für ein wenig Unbeschwertheit bei den jungen Patientinnen und Patienten. Dank dieser Partnerschaft wurden 4’000 Comics an Kinder verteilt, die in Sitten und Visp hospitalisiert waren, und machten so ihren Spitalaufenthalt zu einer angenehmeren und farbenfroheren Zeit.
“Das Spital Sitten war der erste Partner der Comic-Aktion. Seitdem hat die “Opération Boule à Zéro” Tausende von Kindern mit ihren Geschichten begleitet und ihnen innerhalb der Spitalmauern ein wenig Trost gespendet”, erinnert sich Alain Carrupt, Initiator und langjähriger Präsident des Vereins “Opération Boule à Zéro”.
NOVEMBER
Das Spital Sitten für die Versorgung von Schwerverletzten bestätigt
Das Fachorgan für hochspezialisierte Medizin (HSM) hat Ende Oktober 2025 für den Standort Sitten des Spital Wallis den Status eines “Traumazentrums” bestätigt. Das Spital verfügt seit Mai 2011 über diese Anerkennung. In der Schweiz können zwölf Spitäler Schwerverletzte aufnehmen und versorgen. Es handelt sich dabei um die Behandlung von erwachsenen Personen mit schweren, lebensbedrohlichen Verletzungen und von Patientinnen und Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma.
400. Patient im Betreuungsprogramm für Herzinsuffizienzpatienten
Das ambulante Betreuungsprogramm für Herzinsuffizienzpatienten hat mit der Aufnahme seines 400. Patienten einen wichtigen Meilenstein erreicht. Seit seiner Einführung im April 2021 hat dieses Programm zum Ziel, die Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz zu verbessern, indem es ihnen im ersten Monat nach ihrer Entlassung aus dem Spital eine wohnortnahe, personalisierte und angepasste Betreuung bietet.
3’000 Patientinnen und Patienten in der kardiovaskulären Rehabilitation im Wallis
Das ambulante Zentrum für kardiovaskuläre Rehabilitation der Rehaklinik und des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis hat mit der Aufnahme seines 3’000. Patienten seit der Gründung des Programms im Jahr 2009 einen symbolischen Meilenstein erreicht. Dieser Meilenstein verdeutlicht den Erfolg und die wachsende Anerkennung dieser in der Westschweiz einzigartigen Partnerschaft.
Weniger Kinderangst dank Teddybär-Spital in Visp
Über 200 Kindergarten- und Schulkinder konnten ihr Plüschtier von 20 Teddybär-Ärztinnen und -ärzten in der Kinderabteilung des Spitalzentrums Oberwallis (SZO) untersuchen und behandeln lassen. Der spielerische Parcours ermöglichte den Kindern einen Einblick in den Spitalalltag. Hauptziel: die Angst vor Arzt- und Spitalbesuchen abzubauen.
Mit Walliser Charme am Medifuture-Kongress
Am 8. November 2025 war das Spitalzentrum Oberwallis (SZO) am Medifuture-Kongress in Bern vertreten – dem jährlichen Laufbahnkongress für Medizinstudierende sowie junge Ärztinnen und Ärzte. Dort präsentierte sich das SZO als attraktiver Arbeitgeber für all jene, die nicht nur eine spannende berufliche Laufbahn, sondern auch Lebensqualität suchen. Mit rund 1’400 Mitarbeitenden in einer Vielzahl von Funktionen – darunter jeweils über 80 Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung – verbindet das SZO moderne Medizin mit regionaler Verwurzelung und hoher Fachkompetenz.
DEZEMBER
Dr. med. Njomeza Susuri Pfammatter ab November 2026 Ärztliche Direktorin des Spitalzentrums Oberwallis
In seiner Sitzung vom 16. Dezember 2025 hat der Verwaltungsrat des Spital Wallis Frau Dr. med. Njomeza Susuri Pfammatter per 1. November 2026 zur Ärztlichen Direktorin des Spitalzentrums Oberwallis (SZO) und Mitglied der Generaldirektion ernannt. Sie tritt damit die Nachfolge von Dr. med. Reinhard Zenhäusern an, der im Oktober 2026 das Rentenalter erreichen wird.
Nicht lebensbedrohliche Notfälle – Stärkung des Gesundheitssystems über die Feiertage
Während der Wintersaison sind die Notaufnahmen der Walliser Spitäler einem erhöhten Überlastungsrisiko ausgesetzt, was durch den Zustrom von Touristen und Skiunfälle noch verstärkt wird. Um eine Überlastung zu vermeiden, arbeiten der Kanton Wallis, die Walliser Ärztegesellschaft (VSÄG) und das Spital Wallis (HVS) eng zusammen, um die Versorgung nicht lebensbedrohlicher Notfälle zu verbessern, insbesondere während der Feiertage zum Jahresende.
GESCHÄFTSFÜHRUNG DES SPITAL WALLIS IM JAHR 2025
Das Finanzergebnis 2025 liegt im positiven Bereich und somit spürbar höher als in den Vorjahren und auch als im Budget geplant. Die zahlreichen Spar- und Optimierungsmassnahmen, die 2025 weitergeführt wurden, haben es ermöglicht, nach zwei defizitären Geschäftsjahren (CHF -7.8 Millionen und CHF -11.3 Millionen) einen moderaten Gewinn (CHF 2.9 Millionen) auszuweisen. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass “einmalige” Positionen in Höhe von CHF 8.9 Millionen (insbesondere Impairment / zusätzliche Abschreibungen in Höhe von CHF 3.7 Millionen sowie zusätzliche Mieten in Höhe von CHF 4.0 Millionen) getragen werden mussten.
An dieser Stelle ist es angebracht, auf die ordentlichen, nicht planbaren Schwankungen der Aktivität gegenüber dem Budget bzw. dem Vorjahr hinzuweisen. Die Rechnung 2025 weist einen Umsatz von CHF 923 Millionen auf. “Normale jährliche Schwankungen” der medizinischen Aktivität (ohne Nebenbetriebe und übrige Einnahmen) von +/- 1 % können zu einer Ertragsvariation von über CHF 16 Millionen führen. Solche nicht planbaren Veränderungen der Aktivität hängen oft von Faktoren ab (Bsp. Stärke und Verlauf einer Grippewelle, kurzfristige Personalausfälle), welche nicht im Einflussbereich des Spitals liegen. Diese Ertragsschwankungen können aber entscheidend sein, ob eine Jahresrechnung mit einem positiven oder negativen Endresultat ausgewiesen wird. Im Jahr 2025 hat eine höhere Aktivität gegen Jahresende zu diesem positiven Effekt geführt. Bei einem gegenteiligen Verlauf würde die vorliegende Jahresrechnung ein negatives Endresultat aufweisen, ohne dass die Führung des Spitals hier Einfluss nehmen kann.
Dank des Resultates bleibt der kumulierte Verlust des Spital Wallis unterhalb der drei Prozent des Betriebsergebnisses (Art. 30 Abs. 3 des Gesetzes über die Krankenanstalten und -institutionen (GKAI)). Der Verwaltungsrat hat am 18.12.2025 der Generaldirektion dennoch den Auftrag erteilt, einen Plan zur Optimierung der Finanzlage (Effizienz- und Prozessverbesserungsmassnahmen) aufzusetzen. Ein Vorschlag soll Ende zweites Quartal 2026 vorliegen. Damit werden die bisher umgesetzten Effizienzmassnahmen konsolidiert und weiterentwickelt.
Umso wichtiger ist es, dass eine konsequente Kostenkontrolle durchgeführt wird. Auch im Jahr 2025 konnte das Kosten- und Stellenbudget eingehalten werden, dies trotz der oben erwähnten einmaligen Positionen. Dies war nur dank anhaltender Optimierungsmassnahmen möglich, welche jedoch zunehmend schwierigere Entscheide erfordern, denn die Qualität und die Patientensicherheit muss nach wie vor garantiert und die Arbeitsbedingungen für das Personal attraktiv bleiben. Diese Situation ist für alle involvierten Parteien eine zunehmend herausfordernde Gratwanderung.
Ein wichtiger Finanzindikator im Bereich der Spitallandschaft bildet die EBITDAR-Marge. Im Jahr 2025 konnte sie gegenüber dem Vorjahr erhöht werden. Mit 5.1 % bzw. CHF 46.2 Millionen lag sie erfreulicherweise markant über den Werten der letzten drei Jahre. Trotz dieses positiven Ergebnisses ist es wichtig zu betonen, dass die derzeitige Finanzkraft nicht ausreicht, um die zusätzlichen Betriebskosten für die bevorstehende Inbetriebnahme der neuen Gebäude zu decken. Die Eröffnung des Neubaus in Sitten wird zu höheren Betriebskosten in zweistelliger Millionenhöhe führen, da im Vergleich zum Spitalzentrum Oberwallis kein Standort geschlossen wird. Das mit dem Kanton vereinbarte EBITDAR-Ziel liegt bei mindestens 7 % (nationale Fachpublikationen empfehlen 10 %), was für das Jahr 2025 einem Betrag von CHF 64 Millionen entsprechen würde. Die fehlende Differenz von CHF 18 Millionen gegenüber diesem Zielwert verhindert heute eine vollumfängliche Zuweisung an den Investitionsfonds. Um eine solche Zuweisung jedoch garantieren zu können, muss die EBITDAR-Marge dringend erhöht werden können. Dieser Erhöhung stehen jedoch die erwähnten Zusatzkosten nach Inbetriebnahme der Neubauten entgegen.
Die Mitarbeitenden arbeiten in den letzten Jahren anhaltend an Optimierungsmassnahmen, sowohl auf der Einnahmen- als auch auf der Kostenseite. Diese Anstrengungen werden zunehmend komplexer, müssen aber konsequent weitergeführt werden. Insbesondere im Hinblick auf den anstehenden Bezug der Neubauten in Brig und Sitten müssen die heutigen Prozesse vorgängig überarbeitet und angepasst werden. Diese Anpassungen benötigen eine klare Planungs-, Umsetzungs- und Kontrollphase, dazu braucht es spezifische zusätzliche Ressourcen. Es laufen aktuell mehrere Projekte, um diese Optimierungen zu erreichen. Der anhaltende Kostendruck erlaubt es jedoch nicht immer, die notwendigen Ressourcen zu schaffen, so dass die bestehenden Mitarbeitenden mit diesen Arbeiten zusätzlich belastet werden, aber für ihre tägliche Arbeit keine Entlastung erfahren. Diese Entwicklung ist bedenklich, kann sie doch einerseits zu Überlastungen und Ausfällen des Personals führen und andererseits auch eine korrekte Vorbereitung im Hinblick auf die anstehenden grossen Veränderungen beeinträchtigen.
Ein weiterer wichtiger Kostenfaktor ist die rasch fortschreitende Digitalisierung. Die erwähnten Neubauten sind aus technischer Sicht hoch komplex und erfordern auch zusätzliche Fachressourcen (Bsp. IT, technischer Dienst, Logistik). Weiter ist auch die laufende Integration des neuen Patienteninformationssystems “DPI+” zu erwähnen, ein “Mammutprojekt”, welches die Digitalisierung des Spitals spürbar weiterentwickeln wird. Diese Zunahme der IT-Kosten über die nächsten 4 Jahre wird voraussichtlich zu jährlichen Kostensteigerungen von CHF 3–4 Millionen führen. Diesen Zusatzkosten stehen in der Regel auch Effizienzgewinne gegenüber, welche sich aber nicht immer zeitgleich realisieren lassen und auch nicht immer messbar sind. Das Spital Wallis beteiligt sich seit einigen Jahren an einem nationalem IT-Benchmark. Dieser Vergleich zeigt, dass das Spital einen Aufholbedarf gegenüber anderen vergleichbaren Häusern aufweist. Für das Jahr 2024 (letzte verfügbare Daten) betrug der Anteil der IT-Kosten an den Gesamtkosten des Spitals 3.9 % und lag damit im letzten Drittel in diesem Benchmark. Der vom Verwaltungsrat aktuell definierte Zielwert liegt bei maximal 5 % (bei führenden Spitälern im Bereich der Digitalisierung liegt dieser Wert heute zwischen 7–9 %). Nach der Inbetriebnahme der neuen Gebäude und des neuen Patientendossiers wird sich das Spital Wallis dem heute definierten Zielwert rasch nähern.
Wie eingangs dieses Jahresberichts erwähnt, konnte ein neuer Gesamtarbeitsvertrag für die Assistenz- und Oberärzte abgeschlossen werden. Dies führt zu einer spürbaren Entlastung für diese Berufsgruppe und erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber. Aus finanzieller Betrachtung bringt die etappenweise Optimierung der Arbeitsbedingungen jedoch schlussendlich jährliche Mehrkosten von bis zu CHF 5 Millionen mit sich.
Das Spital Wallis befindet sich seit längerer Zeit in einer Transaktionsphase (Bsp. Schliessung CVP, Umwandlung Gravelone und St. Claire in APH), welche noch über viele Jahre andauern wird (Bsp. Eröffnung Neubauten Brig und Sitten, Schliessung Visp, Neubau Malévoz). Heute betreibt das Spital Wallis noch an 7 Standorten eine stationäre Aktivität. Diese “Verzettelung der Ressourcen” führt zu jährlichen Zusatzkosten von mehreren Millionen CHF (Bsp. Patienten-, Mitarbeiter- und Materialtransporte; Kosten für Patientenempfang, Telefonie, IT; medizinische und pflegerische Dienstabdeckungen).
Um die anstehenden finanziellen grossen Herausforderungen langfristig meistern zu können, braucht es daher weitergehende Veränderungen, welche sich nicht innert Jahresfrist umsetzen lassen, sondern über einen langjährigen Zeitraum erarbeitet und umgesetzt werden müssen. Mit der anhaltenden Zunahme der Komplexität der Gesundheitsplanung und -versorgung sind kurzfristige Betrachtungen wenig hilfreich, es braucht langfristige Visionen. Alle involvierten Akteure werden in den nächsten Jahren weiterhin sehr stark gefordert sein, denn die aufgeführten finanziellen Herausforderungen, welche hier nicht abschliessend sind, bleiben hoch.
Aktivität
- Akutpflege (stationär)
- Chronische Pflege (stationär)
- Ambulante Tätigkeit
- Tätigkeit des Zentralinstituts der Spitäler
Strategische Bauprojekte
2025 konzentrierten sich die Arbeiten des Lenkungsaus-schusses auf die Projekte an den Standorten Brig und Sitten. In diesem Zusammenhang konnten die folgenden Ziele erreicht werden:
• Fortführung der Bauarbeiten am Standort Brig;
• Fortführung der Erweiterungsarbeiten des Spitals Sitten.
Erfolgsrechnung 2025
- Gesamtübersicht
- Zusammenfassung des Ergebnisses des Spital Wallis
- Ergebnis
- Erläuterungen
Personalwesen